Im Blick: Die Zukunft
Den Weg, den du vor dir hast, kennt keiner.
Nie ist ihn einer so gegangen, wie du ihn gehen wirst.
Es ist dein Weg. Unauswechselbar.
Du kannst dir Rat holen, aber entscheiden musst du.
Ulrich Schaffer
Viele Märchen und Begebenheiten der hl. Schrift erzählen davon, sich nicht umzudrehen auf dem Weg durch das Leben, auch nicht in der Gefahr. Symbolisch wird hier auf das Nach-vorn-ausgerichtet-Sein des Menschen und des Lebens hingewiesen, aber auch unsere Neigung in der Vergangenheit zu verharren, erst recht wenn die Zukunft bedrohlich erscheint. Denn so wie es unmöglich ist nicht zu kommunizieren, weil auch das Nicht-Kommunizieren eine Form der Kommunikation ist, so ist es gleichfalls unmöglich nicht in die Zukunft hinein zu leben.
In welche Zukunft wir gemeinsam als Familie, Gemeinde, Ethnie, Staat und schließlich Menschheit leben und welche Zukunft wir erleben, das setzt sich aus unendlich vielen Mosaiksteinchen zusammen. Auch das wird in vielen Aphorismen beschrieben, vom umfallenden Reissack in China angefangen, bis hin zu der Maus die den Mond anschaut; es bleibt nicht ohne Wirkung.
Was hat es also mit dem Zukünftigen auf sich, das für uns so existenziell ist? In jedem einzelnen von uns und in jeder Gruppierung bestehen entweder ausgesprochen und klar für alle, oder unausgesprochen und verborgen für die Beteiligten oder Zugehörigen ‚Bilder’ und Vereinbarungen darüber. – Sich dessen bewusst zu machen und es für sich und im Miteinander zu gestalten, wird heutzutage unter anderem mit ‚Corporate Identity’ bezeichnet. Wie umstritten manche Lösungen für die Zukunft sind erleben wir tagtäglich, und es gibt keinen Lebensbereich der davon ausgenommen wäre. Mal sind wir selbst davon mehr, mal weniger betroffen. Zur Anschauung des Gemeinten seien hier beispielhaft erwähnt: ‚Grundeinkommen für alle’, ‚Einführung der Gesundheitskarte für jede und jeden’. ‚Gleichgeschlechtliche Partnerschaften und ihre Rechtsstellung’, ‚Rettungsschirme innerhalb der Europäischen Gemeinschaft’.
Und dann ist da ja noch das Welt-Untergangsszenarium im Jahr 2012. – Immer hat es solche Weltuntergangsvorstellungen gegeben – seien sie nun erlösend oder verdammend ausgerichtet -. Wären sie bisher eingetroffen, würde diese Zeitschrift mit diesem Schwerpunktthema nicht mehr erscheinen können! Und doch beschäftigen solche Schlagzeilen uns immer wieder und niemand kann sich dem entziehen, unabhängig davon wie viel oder wenig man selbst diesen Glauben schenkt oder nicht.
Einfache Lösungen – so verlockend sie auch sein mögen – gibt es in der Frage nach der Zukunft nicht. Und letztendlich ist jede Einzelne selbst gefragt sich eine tragfähige, motivierende und für die eigene Lebenswirklichkeit haltbare Antwort zu geben. Aus der Fülle an Literatur zu diesem Thema und seiner Betrachtung wollen die hier ausgewählten Artikel dabei eine positive Orientierung geben und anregen sich selbst auf den Weg zu begeben seine Zukunft bewusst in die Hand und in sein Herz zu nehmen.
Die hier vorliegenden sechs Artikel beleuchten jeder auf seine Weise einige Aspekte des Zukünftigen und laden auf ganz unterschiedliche Weise dazu ein das Augenmerk auf das grundsätzlich Offene der Zukunft und auf die damit gegebenen Chancen zu richten: sich die menschliche Dreiheit von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu vergegenwärtigen (!) und – wie aus einem zitiert – sich darüber bewusster zu werden: „In unseren Hirnen ist ein komplettes Muster mit Annahmen über den (zukünftigen) Verlauf der Dinge abgelagert. In jeder Gesellschaft herrscht eine kollektive Vereinbarung über die Art und Weise, wie sich die Dinge und Verhältnisse entwickeln.“ Norbert C. Korte